Der Vulkan, der die Kälte brachte: Der Ausbruch von Tambora und eine Welt ohne Sommer (1815/1816)
Vorträge und Diskussion
Vor fast genau 200 Jahren, im April 1815, brach der Vulkan Tambora in Indonesien aus und forderte mehr als 70.000 Todesopfer. Die Katastrophe war Auslöser einer weltweiten Temperaturabnahme, die sich als „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte einschrieb. Nach Ernteausfällen kam es vielerorts zu dramatischen Hungersnöten. In Deutschland war die Gründung der Universität Hohenheim mit Schwerpunkt in der Agrarforschung eine unmittelbare Reaktion auf den Vulkanausbruch. Tambora steht damit exemplarisch für Naturkatastrophen der Neuzeit. Es ist Sinnbild für die globale Wahrnehmung solcher Ereignisse sowie deren Auswirkung auf Institutionen, Alltag und Politik. Mit der Veranstaltung, die vom „Geozentrum München“ und dem „Rachel Carson Center for Environment and Society“ der LMU München organisiert wird, lädt die Bayerische Akademie der Wissenschaften führende Experten ein, die sich aus unterschiedlicher Perspektive mit dem Vulkanausbruch von 1815 und dessen Auswirkungen beschäftigt haben. In der Zusammenschau der Erkenntnisse von Vulkanologie, Tektonik, Meteorologie, Umwelt- und Klimageschichte rekonstruiert und reflektiert das multidisziplinäre Symposion das physische und kulturelle Geschehen der Jahre 1815 und 1816, die regionalen und globalen Folgen des Vulkanausbruchs, die Auswirkungen auf Klima, Infrastruktur und Landwirtschaft, kurz: das Wechselspiel zwischen Umwelt und Gesellschaft, welches nicht zuletzt im Zentrum gegenwärtiger Debatten zum Klimawandel steht.
Vortragende
Prof. Dr. Anke Friedrich (München), Prof. Dr. Donald Bruce Dingwell (München), Prof. Dr. Gerald Haug (Zürich), Prof. Dr. Christof Mauch (München), Dr. Franz Mauelshagen (München)
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