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Arbeitsgruppen

Die Mitglieder des Jungen Kollegs arbeiten interdisziplinär in Arbeitsgruppen zu verschiedenen Forschungsschwerpunkten zusammen. Regelmäßig führen sie Workshops für die Fachcommunity durch, aber auch öffentliche Veranstaltungen mit einschlägigen Expertinnen und Experten. Ihre Arbeitsergebnisse stellen sie zudem in Podcasts, Interviews und weiteren Formaten der Wissenschaftskommunikation für eine breitere Öffentlichkeit vor.

Künstliche Intelligenz

Mitglieder: Clara Wenz, Fabian Hutmacher, Matthias Stadler, Tobias Lutzi, Golo Storch, Johanna Eichhorn, Kilian Schober, Klaus Wagenbauer, Christoph Heilig, Robert Mayer

Die Arbeitsgruppe „Künstliche Intelligenz“ untersucht, wie Künstliche Intelligenz Wissenschaft und Forschung verändert. Diese aufstrebende Technologie hat das Potential, traditionelle wissenschaftliche Ansätze zu revolutionieren. Im Fokus stehen die jüngsten technologischen Fortschritte und die vielfältigen Anwendungsfälle: In der Medizin ermöglicht KI präzisere Diagnosen und individuelle Therapien, in der Astronomie beschleunigt sie die Entdeckung und Klassifizierung von Himmelskörpern und vertieft so unser Verständnis des Universums.

Gleichzeitig beleuchtet die AG auch die mit KI verbundenen Herausforderungen: Datenschutz, ethische Fragen und mögliche Verzerrungen (Bias) sind zentrale Themen,  ebenso wie die möglichen sozialen Auswirkungen von Automatisierung und dem Einsatz von KI-Systemen in der Entscheidungsfindung. Die breite Perspektive auf KI prägt die Arbeit der AG – von den aufregenden Möglichkeiten bis zu den potenziellen Risiken. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis ihrer Auswirkungen auf die Wissenschaft zu entwickeln und Wege zu finden, wie diese Technologie verantwortungsvoll und zukunftsweisend genutzt werden kann.


Wissenschaftskommunikation

Mitglieder: Svetlana Efimova, Alexander Rudolph, Maik Luu, Carolin Müller, Charlotte Wendland, Jérôme Schäfer, Christiane von Bary, Verena Streibel, Christoph Wiesinger, Nathalie Lackus, Anna Stöckl

Von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird heute erwartet, dass sie ihre Forschung allgemeinverständlich vermitteln und auf ihre gesellschaftliche Anschlussfähigkeit, ja Relevanz überprüfen. Die Corona-Krise machte deutlich, dass wissenschaftliche Problemlösungs- und Kommunikationskompetenz gefragter als jemals zuvor ist. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen Orientierungswissen für politische Entscheidungen und deren öffentlichen Diskurs bereit. Doch zugleich wird ihre Autorität angezweifelt, wissenschaftliche Erkenntnisse gelten als “Meinungen”. Zudem zeigt die Corona-Krise, dass Expertise häufig von Gegenexpertise herausgefordert wird. Die Arenen und Kanäle für öffentliche Debatten und Verlautbarungen sind vielfältiger geworden – Wissenschaftskommunikation ist damit diverser und aktueller denn je. 

Die AG fragt, welche Herausforderungen und Chancen diese Entwicklung für Forschende bedeutet: Wie wichtig ist der Dialog der Wissenschaft mit der Öffentlichkeit, und wie sollen Forschende diesen heute führen? Welche Fallstricke gibt es in der Wissenschaftskommunikation und welche Qualifikationen sind nötig? Welche Bedingungen gelten dabei für den wissenschaftlichen Nachwuchs? Und wann gerät mediale Sichtbarkeit zum Nachteil? 

Abgeschlossene Arbeitsgruppen:

Open Access als neuer Weg des wissenschaftlichen Publizierens

Mitglieder: Barbara Lechner, Franz Schilling, Peter Schwardmann, Klaus Wagenbauer (Sprecher), Johanna Eichhorn (Sprecherin), Matthias Stadler, Kilian Schober

Die Digitalisierung eröffnet neue Wege, um wissenschaftliche Daten und Informationen zu kommunizieren. Open Access ist in diesem Zusammenhang ein viel diskutiertes Thema. Die AG untersuchte, welche Rolle dieses Modell als alternativer Weg zum klassischen, oft kostenpflichtigen Publizieren künftig spielen wird. 

Unter Open Access versteht man im Allgemeinen die Strategie, wissenschaftliche Publikationen und Daten frei zugänglich bereitzustellen. Dies eröffnet eine Alternative zu traditionellen wissenschaftlichen Veröffentlichungsformen, etwa Journalen oder Büchern. Zugleich werden Verfahren entwickelt, um die Begutachtung von wissenschaftlichen Veröffentlichungen transparenter zu gestalten: Beim Open Peer Review wird der Begutachtungsprozess entweder unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt oder im Nachhinein einsehbar gemacht. Besonders während der COVID-19-Pandemie zeigte sich der Wert von Open Access und Open Peer Review: Forschungsergebnisse konnten schneller geteilt und transparent diskutiert werden. 

Wissenschaftssteuerung durch High-Profile Journals: Objektive Qualitätsbeurteilung oder Schulenverfestigung

Mitglieder: Jana Gäthke (Sprecherin), Peter Schwardmann (stellv. Sprecher), Hauke Marquardt, Kai Müller, Barbara Lechner, Franz Schilling, Mirijam Zobel

Die Arbeit der Arbeitsgruppe  konzentrierte sich auf vier Bereiche. Zunächst wurde der Begriff High Profile Journals im interdisziplinären Kontext definiert. Darüber hinaus erörterte die AG, welche Bedeutung diese Fachzeitschriften in unterschiedlichen fachlichen Disziplinen haben. Anschließend stand die Bedeutung der Journals für den Karriereweg von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlerin im Fokus der Arbeit. Zudem wurde untersucht, inwiefern die Journals auch Berufungsverfahren beeinflussen und welche Rolle sie bei der Einwerbung von Drittmitteln spielen.

Ein dritter Aspekt der AG-Arbeit war die Frage nach dem Einfluss von High Profile Journals auf die Wissenschaft. Dabei ging es unter anderem darum, welchen Einfluss sie auf die Größe eines Forschungsprojekts, die Co-Autorenauswahl, den Schreibstil sowie die Ergebnisdarstellung haben. Außerdem wurde untersucht, wie High Profile Journals ein wissenschaftliches Feld und insbesondere neue Wissenschaftsfelder prägen. Abschließend befasste sich die AG mit der Frage, welche Rolle High Profile Journals bei der Vermittlung von Forschungsergebnissen in der Öffentlichkeit spielen.

Ergebnisse der AG

Neugier als Wissenschaftshabitus

Mitglieder: Eva Huber (Sprecherin), Anna Schenk

Ziel der Arbeitsgruppe war es, den Faktor Neugier als erkenntnisleitende Kategorie in wissenschaftlichen Forschungsprozessen zu diskutieren. Inwieweit gerät Neugier im Sinne eines praxeologischen Verständnisses nach Pierre Bourdieu zu einer strukturierenden Struktur, die als Habitus handlungsleitend und persönlichkeitsgebunden Forschung bedingt? Welcher Art ist die Neugier, die Türen zu neuen Feldern öffnet und hinter das Bekannte blickt? Inwieweit fördern oder hemmen bestehende forschungsinstitutionelle Kontexte wissenschaftliche Neugier, etwa durch bestimmte Arbeits- und Karrierebedingungen, Förderrichtlinien oder Peer-Review- und Evaluationsverfahren?

Zur Strukturierung der Zugänge zum vielschichtigen Thema Neugier wurden drei Erkenntnisschwerpunkte gesetzt, die einerseits dem moralischen Gewicht des Begriffes in der Kulturgeschichte gerecht werden, andererseits auch eine Diskussion aktueller Forschungsbedingungen und -kontexte ermöglichen sollen: Neugier im Wissenschaftsbetrieb,  Ethik der Neugier sowie Methodologie der Neugier.

Aktivitäten der AG Neugier als Wissenschaftshabitus

1. Kaminabend am 3. Mai 2018 (Bericht als PDF)
2. Kurztagung am 24. November 2018 (Bericht als PDF)
3. Studientag am 19. Februar 2019 (Bericht als PDF)
4. Podiumsdiskussion "Entstehung des Lebens - alles nur Zufall?" am 23. Oktober 2019 (Bericht als PDF) 
5. Kaminabend am 11. März 2020 (Bericht als PDF)

Audiopodcast zur Podiumsdiskussion "Entstehung des Lebens" (Link zur Mediathek)

 

 

Multi-, Inter- und Transdisziplinarität als Modus der Ermittlung von Wissen und Nichtwissen

Mitglieder: Laura Münkler (Sprecherin), Lena van der Hoven, Astrid Séville, Andreas Steinmayr

Viele praktische Erkenntnisse der Wissenschaft stammen aus interdisziplinärer Zusammenarbeit. Interdisziplinäre Zusammenarbeit verspricht nicht nur praktische Lösungen, sondern auch genuin neue wissenschaftliche Durchbrüche. Besonders wertvoll ist sie, weil sie die „blinden Flecken“ einzelner Fächer sichtbar macht – jene Bereiche des Nichtwissens, die erst durch den fremden Blick einer anderen Disziplin oder Methode erkannt werden. So wird Interdisziplinarität zum Motor für Erkenntnisfortschritt, der ganze Wissenschaftsbereiche voranbringen kann.

Zugleich bleiben Qualitätssicherung und -bewertung zentrale Herausforderungen. Wenn Fächer mit unterschiedlichen Methoden und Qualitätsstandards zusammenarbeiten, stellt sich die Frage, wie sich das gemeinsam erarbeitete Wissen fair beurteilen lässt. Sprechen die Beteiligten von denselben Dingen? Ist interdisziplinärer Austausch wissenschaftstheoretisch überhaupt möglich oder stoßen Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften hier an grundsätzliche Grenzen? Neben diese grundsätzlichen Fragen gibt es ganz praktische Hürden bei der Umsetzung von Interdisziplinarität: Wie müssen sich Universitäten organisieren, um interdisziplinär zu forschen?  Warum scheint Interdisziplinarität im amerikanischen Universitätssystem vor geringen Schwierigkeiten zu stehen als im europäischen und braucht es institutionelle Begegnungsorte der Interdisziplinarität?