Chronik
1720
Academia Carola Albertina als frühe Vorläuferinstitution
Seit Beginn des 18. Jahrhunderts gibt es in Bayern Bemühungen, Anschluss an die europäische Akademiebewegung zu erlangen. Die 1720 gegründete Academia Carola Albertina, eine frühe Vorläuferin der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, existiert allerdings nicht lange.
1722
Parnassus Boicus als wichtiger Vorläufer

Ein weiterer Vorläufer der Bayerischen Akademie der Wissenschaften war die 1722 gegründete Gesellschaft „Parnassus Boicus oder neu-eröffneter Musenberg“. In ihr waren gelehrte Laien und Geistliche, in erster Linie Ordensleute der Augustiner-Chorherren und Augustiner-Eremiten, versammelt. Ihr aufgeklärter Katholizismus weltlicher Prägung gab der bayerischen Akademiebewegung ihre speziellen Wurzeln. Das Organ der Gesellschaft war die gleichnamige Zeitschrift, von der bis 1740 fünf Bände erschienen. Ihr Zweck war die Erforschung der Natur und die Förderung der bayerischen Geschichtskunde.
Der „Parnassus Boicus“ erschien kriegsbedingt 1740 zum letzten Mal. Eine Institution, die den Gedanken kritischer Natur- und Geschichtsforschung hätte weitertragen können, existierte danach zunächst nicht mehr.
Auf den "Parnassus Boicus" nahm auch die Gründungsurkunde der Akademie von 1759 ausdrücklich Bezug.
1758
Gründung der Bayerischen Gelehrten Gesellschaft

Um die Kontinuität des neuen Wissenschaftsverständnisses in Bayern zu sichern, gründet der Hofrat am Münz- und Bergkollegium in München, Johann Georg von Lori (1723–1787), am 12.10.1758 die „Bayerische Gelehrte Gesellschaft“ in der Nachfolge des Parnassus Boicus.
Ziel ist die Erhebung der Gesellschaft in den Rang einer kurfürstlichen Akademie, die der Forschung und dem wissenschaftlichen Fortschritt dienen soll.
1758
Erste Führungsgremien der Gesellschaft

Neben Johann Georg von Lori sind der kurfürstliche Münz- und Bergrat Dominicus von Linprun und der Kommerzienrat Franz Xaver Stubenrauch unter den Gründungsmitgliedern der Gesellschaft. Lori entwirft „Gesetze“, die bereits deutlich die Struktur einer Akademie erkennen lassen.
Erster Präsident der Gesellschaft wird der Vorsitzende des Münz- und Bergwerkskollegiums (und damit Vorgesetzte Loris), Sigmund Graf von und zu Haimhausen, der Dank seiner guten Verbindungen zum Hof den Weg zum Kurfürsten ebnet.
1759
Stiftungsbrief der Akademie

Der von Kurfürst Max III. Joseph unterzeichnete Stiftungsbrief der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ist auf den 28. März 1759 datiert, seinen Geburtstag. Die Statuten der Akademie bestätigte er am 25. Juni 1759. Finanziert wurde die Akademie vorerst aus den Steuereinnahmen des Kalenderwesens. Mit der Gründung erhielt die Residenzstadt München erstmals eine vom Landesherrn finanzierte große staatliche Wissenschaftseinrichtung. Die Universität befand sich zu dieser Zeit noch in Ingolstadt.
1760
Offene Mitgliedschaft ohne Religionsgrenzen

Von Anfang an wählt die Akademie ihre Mitglieder ohne Ansehen von Religion oder Nationalität. Die Aufnahme erfolgte damals durch Einreichung und Annahme einer Abhandlung. Unter den 88 Mitgliedern des Gründungsjahres sind 19 Protestanten – zu einer Zeit, als in München kein Protestant das Bürgerrecht erhalten konnte. Die Mitglieder teilen sich in zwei Klassen, eine historische und eine philosophische Klasse (heute sind es vier Sektionen). Erstere hat die Aufgabe, Urkunden, Briefe, Aufschriften und Altertümer zu erheben, zu sammeln und kritisch zu bearbeiten. Darüber hinaus sollte sie sich der Geschichte Bayerns widmen und Wörterbücher erstellen. Aufgabe der zweiten Klasse ist es, die Natur zu erforschen, im In- und Ausland Naturalien zu sammeln und chemisch zu untersuchen sowie wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfindungen zum Nutzen von Landwirtschaft, Handwerk, Berg- und Hüttenwesen zu verbreiten.
1760
Erster fester Sitz der Akademie
In den Anfangsjahren verfügt die Akademie nicht über eigenen Räumlichkeiten und tagt zunächst in der Burggasse 5, dann in der Wohnung des Präsidenten Haimhausen, später in einigen Zimmern neben der Hofbibliothek.
Der erste feste Sitz der Akademie befindet sich ab 1760 in der Nähe des Schwabinger Stadttores, in einem Fuggerschen Besitz zwischen Theatiner- und Faulhaberstraße (heutige „Fünf Höfe“).
1761
Öffentliche Venusdurchgang-Beobachtung
Am 6. Juni laden die Mitglieder in die akademieeigene Sternwarte am sogenannten Rockerl im Bereich des heutigen Geländes der Obersten Baubehörde ein: Sie beobachten den Durchgang der Venus durch die Sonne - ein äußerst seltenes Ereignis. Die vielbeachtete, öffentliche Vorführung rückte die Forschungsaktivitäten der Akademie erstmals sichtbar ins Bewusstsein der Münchner Bevölkerung.
1763
Start der Monumenta Boica

Die Sammlung und Edition altbayerischer Urkunden unter dem Titel „Monumenta Boica“ begründet den besonderen historischen Schwerpunkt der Akademie und Münchens als Zentrum historischer Forschung in Deutschland. Der erste Band erscheint 1763, insgesamt umfasst die Sammlung heute rund 100 Bände.
1783
Umzug ins Wilhelminum

Die Akademie zieht in das so genannte „Wilhelminum” um, das weitläufige Kollegiengebäude des aufgelösten Jesuitenordens an der Neuhauser Straße. Hier ist sie bis zum Zweiten Weltkrieg beheimatet.
1783
Beginn systematischer Wetterbeobachtungen
Bereits 1759 beginnen an der Akademie systematische Wetterbeobachtungen. Sie weden ab 1781 auf dem Hohenpeißenberg südwestlich von München fortgesetzt und auch publiziert. Erst 1934 wirde die Landeswetterwarte in den neu gegründeten Reichswetterdienst integriert, heute wird sie vom Deutschen Wetterdienst betrieben.
Die Messreihe vom Hohenpeißenberg zählt zu den längsten und homogensten Reihen in Europa. Sie hat weltweilt für die Wetter- und Klimaforschung einen besonderen Stellenwert.
1785
Schließung der belletristischen Klasse
Unter Kurfürst Karl Theodor wird die 1779 erst gegründete belletristische Klasse wieder geschlossen: Einige ihrer Mitglieder sind verdächtig, dem Illuminatenorden anzugehören, der im selben Jahr verboten wird.
1786
Einführung der Kugelung

Am 21. März wenden die Mitglieder der Akademie als Verfahren zur jährlichen Zuwahl erstmals die Kugelung, auch Ballotage genannt, an.
Die Kugelung ist eine effektive, geheime Abstimmung mit weißen und schwarzen Holzkugeln. Die anwesenden Stimmberechtigten geben mit einer weißen Kugel eine Ja- und mit der schwarzen Kugel eine Neinstimme ab. Mit diesem Verfahren wählt die Akademie bis heute ihre Mitglieder.
1807
Umwandlung zur staatlichen Zentralanstalt

Unter der Regentschaft von Maximilian I. Joseph (1806-1825) wird die Akademie von einer freien Gelehrteneinrichtung zu einer staatlichen Zentralanstalt mit neuer Verfassung und hauptberuflich tätigen, fest besoldeten Staatsbeamten. Die Akademie wird direkt dem Innenministerium unterstellt.
1807
Angliederung der wissenschaftlichen Sammlungen

Die wissenschaftlichen Sammlungen und Anstalten des Staates Bayern werden als so genannte Attribute an die Akademie angegliedert. Dies betrifft unter anderem die Zentralbibliothek, das Naturalienkabinett, das chemische Laboratorium, Münzkabinett und Antiquarium, die Sternwarte in Bogenhausen, den Botanischen Garten und das Anatomische Theater.
1807
Joseph von Baader wird der erste Konservator des Polytechnischen Kabinetts

Joseph von Baader wird der erste Konservator des Polytechnischen Kabinetts der Akademie und übte sein Amt bis 1817 aus.
1816
Bau der Sternwarte Bogenhausen

Bau der Sternwarte Bogenhausen, die am 4. Januar 1818 ihren Betrieb aufnimmt. Erster Direktor ist Johann Georg von Soldner (1776-1833).
1816
Beginn des Bayerischen Wörterbuchs

Mit der Begründung des Bayerischen Wörterbuchs durch Andreas Schmeller beginnt ein bis heute andauerndes Forschungsprojekt, aus dem das erste philologisch fundierte deutschsprachige Wörterbuch hervorgeht.
1817
Höhepunkt technischer Innovationen

Dieses Jahrzehnt stellt einen Höhepunkt wissenschaftlicher Forschungsleistungen dar. Zu nennen sind die Entwicklung der optischen Präzisionsinstrumente durch Joseph von Fraunhofer, der Wassersäulenmaschine durch Georg von Reichenbach oder des galvanischen Telegraphen durch Samuel Thomas von Sömmering.
1817
Brasilienexpedition von Spix und Martius

Die beiden Akademiemitglieder Johann Baptist Spix und Karl Friedrich von Martius brechen zu einer Forschungsexpedition nach Brasilien auf, von der sie 1820 eine Vielzahl an Pflanzen für den Botanischen Garten in München mitbringen.
1819
Beginn der Monumenta Germaniae Historica

Die große Quellensammlung zum deutschen Mittelalter, die Monumenta Germaniae Historica (MGH), nimmt unter der Leitung des Historikers Georg Heinrich Pertz (1795-1876) von der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde die Arbeit auf. Ihre Editionen sind ausschlaggebend für die Weltgeltung der deutschen Mediävistik.
1826
Umzug der Landesuniversität nach München

1826 zieht die bayerische Landesuniversität von Landshut nach München um. Damit verfügt die Akademie an ihrem Sitz über ein weitaus größeres Gelehrtenpotential als zur Zeit ihrer Gründung. Die Wissenschaft professionalisiert sich.
1827
Rückkehr zur freien Gelehrtengemeinschaft

Unter König Ludwig I. (1786-1868) kehrt die Akademie zu ihrer ursprünglichen Bestimmung als freie Gelehrtengemeinschaft und Forschungseinrichtung zurück. Ihre Mitglieder werden aus dem Staatsdienst entlassen. Die Sammlungen werden wieder getrennt und teils einem neu gegründeten Generalkonservatorium unterstellt, dem der Akademiepräsident bis 1936 in Personalunion vorsteht, teils mit den Lehrsammlungen der Universität vereinigt.
König Ludwig I. ernennt Friedrich Wilhelm Schelling zum Präsidenten der Akademie.
1827
Gründung des Polytechnischen Zentralinstituts

Das Polytechnische Kabinett, ein ehemaliges Attribut der Akademie, wird in ein „Polytechnisches Zentralinstitut“ umgewandelt, aus dem die Technische Hochschule und damit die heutige Technische Universität hervorgeht.
1841
Einschränkung der Selbstverwaltung

König Ludwig I. reglementiert die Akademie und behält sich die Ernennung des Präsidenten und von sechs Mitgliedern in jeder Klasse vor. Dies stellt einen massiven Eingriff in die Selbstverwaltung der Akademie dar.
1843
Gründung der Paläontologischen Staatssammlung

Die paläontologische Staatssammlung wird durch die Zusammenlegung der Sammlungen der Akademie und der Universität gegründet.
1848
Forderung nach Selbstverwaltungsrechten

Maximilian II. wird bayerischer König. Die Akademie und ihr neuer Präsident Friedrich Wilhelm von Thiersch fordern von ihm die Rücknahme der Eingriffe in die Selbstverwaltung der Akademie.
1849
Rückgewinnung des freien Wahlrechts
Die Akademie erlangt das freie Wahlrecht ihrer Mitglieder zurück.
1858
Gründung der Historischen Kommission

Maximilian II. gründet die bis heute bestehende Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die auf eine Fülle grundlegender Quelleneditionen zurückblicken kann.
1868
Gründung der Kommission für internationale Erdmessung

Die Bayerische Kommission für internationale Erdmessung wird gegründet. Die Initiative geht auf den preußischen Offizier und Geodäten Johann Jakob Baeyer (1794-1885) zurück. Wichtige Vertreter der Geodäten sind Carl Maximilian von Bauernfeind (seit 1865 Mitglied der Akademie), der Mathematiker Ludwig von Seidel und der Physiker Philipp von Jolly (1809-1884). Im Jahr 1885 wird die Kommission zum internationalen Erdmessprojekt ausgebaut, das bis heute besteht.
1892
Erstes weibliches Ehrenmitglied

Prinzessin Therese von Bayern wird unter Präsident Max von Pettenkofer (1890-1899) zum ersten und bisher einzigen weiblichen Ehrenmitglied der Akademie ernannt. Nach einigen Kontroversen über die generelle Aufnahme weiblicher Mitglieder wird sie in Anerkennung ihrer Forschungen auf den Gebieten der Anthropologie, Zoologie und Botanik aufgenommen.
1893
Start des Thesaurus linguae Latinae

Mit der Kommission zur Herausgabe des Thesaurus linguae Latinae wird das erste geisteswissenschaftliche Großprojekt der Akademie im internationalen Verbund mit den Akademien in Berlin, Göttingen, Leipzig, München und Wien begründet. Die zentrale Redaktion wird 1899 bei der BAdW angesiedelt und seit 1949 von mehr als 30 in- und ausländischen Akademien und Gelehrtengesellschaften getragen.
1893
Gründung des Akademien-Kartells

Mit der Gründung des „Kartells“ wird die bis dahin informelle Zusammenarbeit der deutschen Akademien (Göttingen, Leipzig, München und Wien) institutionalisiert. Die Berliner Akademie tritt 1906 bei, die Heidelberger Akademie 1909/11.
1901
Erster Nobelpreisträger: Wilhelm Conrad Röntgen

Wilhelm Conrad Röntgen, der Entdecker der nach ihm benannten Strahlen, erhält den ersten Nobelpreis für Physik und ist damit der erste Nobelpreisträger der Akademie.
1911
Gründung der Wörterbuchkommission

Die Kommission zur Schaffung bayerischer Wörterbücher und für die Erforschung der bayerischen Mundarten wird gegründet. Seit 1942 heißt sie Kommission für Mundartforschung und bearbeitet ein bayerisches, ein ostfränkisches und ein rheinpfälzisches Wörterbuch.
1911
Verdienstmedaille der Akademie „Bene Merenti“

Die Verdienstmedaille der Akademie „Bene Merenti“ wird von Theodor von Gosen (1873-1943), Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Breslau, entworfen. Es gibt sie in zwei Ausführungen: eine kleinere in Gold und eine größere in Silber oder Bronze. Am häufigsten wird die silberne Medaille verliehen.
1912
Kommission Soldatenlieder

Unter dem Vorsitz von Karl Theodor Ritter von Heigel (1904-1915) wird die Kommission zur Sammlung und Bearbeitung von Soldatenliedern gegründet, die ihre Arbeit 1925 abschließt. Außerdem nimmt die Kommission für die Herausgabe einer Enzyklopädie der mathematischen Wissenschaften, die bis 1949 besteht, ihre Arbeit auf.
1918
Namensänderung
Mit dem Untergang der Wittelsbacher-Monarchie und der Ausrufung des Freistaats Bayern 1918 änderte sich der Name zu Bayerische Akademie der Wissenschaften (BAdW).
1923
Inflationsbedingter Vermögensverlust
Die Inflation entwertet fast das gesamte Stiftungsvermögen der Akademie. Mit dem Vermögensverlust kommt auch die Vergabe von Preisen oder die Finanzierung von Forschungsreisen praktisch zum Erliegen.
1927
Gründung der Kommission für bayerische Landesgeschichte

Gründung der Kommission für bayerische Landesgeschichte mit dem Institut für Volkskunde durch Erlass des Bayerischen Gesamtministeriums.
1933
Austritt Albert Einsteins

Im April lässt Albert Einstein, durchaus forciert von der Akademie, seine korrespondierende Mitgliedschaft streichen. Das Protokoll der Philosophisch-historischen Abteilung vermerkt dazu nüchtern: „Das korrespondierende Mitglied der II. Abteilung Herr Einstein ist aus der Akademie ausgeschieden.“
1933
Entlassung jüdischer Mitarbeiter
Unter Berufung auf das am 7. April erlassene „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ werden die jüdischen Mitarbeiter der Akademie beziehungsweise ihrer Kommissionen entlassen.
1936
Ernennung Karl Alexander von Müller zum Präsidenten

Der Historiker Karl Alexander von Müller wird am 2. März von Reichskultusminister Bernhard Rust zum Präsidenten ernannt.
1936
Trennung der wissenschaftlichen Sammlungen von der Akademie
Die endgültige Trennung der wissenschaftlichen Sammlungen von der Akademie wird aus Kosten- und Verwaltungsgründen immer wieder diskutiert, aber erst 1936 vollzogen. Der Biologe Max Dingler (1883-1961), nichtbeamteter Professor für Biologie in Gießen und Mitglied der NSDAP, wird kommissarischer Generaldirektor der „Staatlichen Sammlungen für Naturkunde“. 1945 wird Dingler seines Amtes enthoben. Überlegungen, die Sammlungen wieder in die Akademie einzugliedern, werden nicht verwirklicht.
1938
Ausschluss jüdischer Mitglieder
Die jüdischen Mitglieder Lucian Scherman (1864-1946), Alfred Pringsheim (1850-1941), Richard Willstätter (1872-1942) und Heinrich Liebmann (1874-1939) werden aus der Akademie ausgeschlossen.
„Freiwillig“ traten aus:
Ordentliche Mitglieder: Johannes Sieveking (1869-1942), Karl Walter Brecht (1876-1950)
Korrespondierende Mitglieder: Eduard Norden (1868-1941), Otto Hintze (1861-1941), Ernst Bernheim (1850-1942), Kurt Hensel (1861-1941), Georg Bredig (1868-1944), Medea Norsa (1876-1952).
Die „nichtarischen“ korrespondierenden Mitglieder, die im Ausland lebten, wurden ab 1941 einfach aus den Listen getilgt, ohne darüber informiert zu werden.
In der Akademie verblieben trotz jüdischer Vorfahren: Max Förster, Erich von Drygalski und Rudolf Pfeiffer.
Die nach Kriegsende noch lebenden Mitglieder Walter Brecht, Kazimierz Fajans und Rudolf Pfeiffer wurden 1945 wieder in ihre Rechte eingesetzt.
Weitere Informationen finden Sie im Digitalen Gedenkbuch
1939
Neues Statut des Reichswissenschaftsministeriums
Das Reichswissenschaftsministerium erlässt am 12. Juli ein neues Statut. Diese greift vor allem in das Wahlrecht der Akademie ein: Der Akademiepräsident wird seit 1936 nicht mehr gewählt, sondern vom Reichsminister ernannt. Mit der neuen Satzung wird auch das Wahlverfahren der Kugelwahl abgeschafft; seit 1940 wird nach einer Liste gewählt.
1940
Wahl auf ministerielle Anordnung
In der Wahlsitzung der Akademie werden auf Druck des Bayerischen Kultusministeriums sechs Kandidaten gewählt, die von den beiden Klassen nicht vorgeschlagen worden waren: Walther Wüst, der zuvor in der Wahlsitzung der Philosophisch-historischen Klasse abgelehnt worden war, Lutz Pistor (Rektor der Technischen Hochschule), der Philologe Franz Dirlmeier, die Botaniker Friedrich Boas und Friedrich von Faber sowie der Physiker Rudolf Tomaschek.
Dazu heißt es im Protokoll der Gesamtsitzung vom 1. Juni, die Akademie beschließe, „dem Wunsche des Herrn Staatsministers zu entsprechen“ und „die Wahl über diese Ergänzungsliste ohne besondere wissenschaftliche Prüfung im Einzelnen en bloc in der Gesamtakademie vorzunehmen“.
1944
Wahl von Mariano San Nicoló

Mariano San Nicoló wurde am 26. November zum Präsidenten gewählt.
1944
Zerstörung der Alten Akademie

Das Akademiegebäude an der Neuhauser Straße in München wird bei einem Bombenangriff in der Nacht vom 23. auf den 24. April 1944 bis auf die Grundmauern zerstört. Die Arbeit der Akademie kommt völlig zum Erliegen.
1945
Austritt Karl Alexander von Müllers
Nach einer von der Akademie eingeleiteten internen Untersuchung kommt Karl Alexander von Müller seinem Ausschluss aus der Akademie am 23. September durch seinen „freiwilligen“ Austritt zuvor. Sein Amt als Sekretär der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften legte Müller im Dezember 1945 nieder, ein halbes Jahr später schied er auch aus der Kommission aus.
1946
Wiederaufnahme der wissenschaftlichen Tätigkeit
Am 25. Juli genehmigt die Militärregierung die uneingeschränkte Wiederaufnahme der wissenschaftlichen Tätigkeit der Akademie und einiger ihrer Kommissionen.
1946
Provisorisches Domizil in Schwabing

Nach der Entnazifizierung bezieht die Akademie unter ihrem Präsidenten Walther Meißner ihr provisorisches Domizil in der Maria-Josepha-Straße 11 in München. Die vorherrschende Papierknappheit beeinträchtigt die Forschung stark.
1946
Kommission für Tieftemperaturforschung

Die Kommission für Tieftemperaturforschung wird auf Anregung der Akademiemitglieder Klaus Clusius (1903-1963), Professor für Physikalische Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, und Walther Meißner (1882-1974), Professor für Technische Physik an der Technischen Hochschule München und Präsident der BAdW von 1946 bis 1950, gegründet. Sie betreibt das Walther-Meißner-Institut für Tieftemperaturforschung.
1946
Erste Jahressitzung nach dem Zweiten Weltkrieg
Die erste Jahressitzung nach dem Zweiten Weltkrieg findet im Saal des Theaters am Brunnenhof statt.
1949
Ausgliederung der Sammlungen
Bis 1955 werden die Prähistorische, die Ägyptische und die Münzsammlung sowie die Museen für Völkerkunde und für Abgüsse klassischer Bildwerke aus der Akademie ausgegliedert und die naturwissenschaftlichen Sammlungen der Generaldirektion der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns unterstellt.
1950
Gründung der Gesellschaft der Freunde

Die neue „Gesellschaft der Freunde der Bayerischen Akademie der Wissenschaften“ soll die angespannte finanzielle Lage der Akademie entspannen und ihr helfen, die fehlenden Mittel zur Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben zumindest teilweise zu beschaffen.
1959
Körperschaftsstatus
Der Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. Theodor Maunz, verleiht der Akademie anlässlich ihres 200-jährigen Bestehens den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.
1959
Einzug in die Residenz

Zu ihrem 200-jährigen Bestehen bezieht die Akademie ein neues Domizil im von Leo von Klenze erbauten Nordostflügel der Münchner Residenz. Hier stehen ihr 135 Büro- und Arbeitsräume, eine Bibliothek, zwei Sitzungssäle sowie ein repräsentativer Plenarsaal zur Verfügung.
1959
Einführung der Talare

Die Mitglieder der Akademie tragen zum ersten Mal die Talare, die auch heute noch in Gebrauch sind.
1962
Gründung der Kommission für Glaziologie

Gründung der Kommission für Glaziologie (heute Projekt “Ermessung und Glaziologie”) Sie beteiligt sich an glaziologischen Forschungsarbeiten in den Alpen und an Expeditionen. Schwerpunkt der Arbeiten ist der Vernagtferner in den Ötztaler Alpen. Dort betreibt die Kommission die Pegelstation Vernagtbach in 2.640 m Seehöhe als höchstgelegene Abflussstation der Ostalpen.
1962
Gründung der Kommission für elektronisches Rechnen
Gründung der Kommission für elektronisches Rechnen durch die Akademiemitglieder Hans Piloty und Robert Sauer. Sie errichten mit Unterstützung des Freistaates Bayern ein gemeinsames Rechenzentrum für Forschung und Lehre aller Münchner Hochschulen, das heutige Leibniz-Rechenzentrum, mit Sitz in der Richard-Wagner-Straße 18.
1967
WMI‑Umzug nach Garching

Das WMI zieht in den Neubau nach Garching.
1970
Neubau des LRZ und Übernahme der Informatikausbildung

Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) zieht in den Neubau in der Barer Straße 21 und übernimmt die Ausbildungsaufgaben für die Informatik der TU München.
1974
Besuch des Dalai Lama
Der Dalai Lama stattet der Akademie einen Besuch ab. Sein Besuch gilt vor allem der Kommission für Zentralasienstudien, die sich mit der Erstellung eines Wörterbuchs der tibetischen Schriftsprache befasst.
1975
Erste Nachkriegstagung der UAI in Deutschland
Die erste Nachkriegstagung der „Union Académique Internationale“ in Deutschland findet in der Akademie statt.
1979
Neuregelung der Langzeitprojekt‑Finanzierung
Das von Bund und Ländern finanzierte Akademienprogramm stellt die Finanzierung der geisteswissenschaftlichen Langzeitprojekte der Akademie auf eine neue Grundlage.
1984
Gründung der Kommission für die Erforschung antiker Urbanität

Einrichtung der Kommission zur Erforschung des antiken Städtewesens, die ihren Forschungsschwerpunkt auf der Archäologie der Stadtkultur im griechisch-römischen Altertum hatte.
1984
225‑Jahr‑Feier der Akademie
8. Dezember: Festakt mit dem Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Richard von Weizsäcker, und dem bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß anlässlich des 225-jährigen Bestehens der BAdW.
1986
Gründung der Kommission für Ökologie

Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen wird die Kommission für Ökologie gebildet. Sie hat die Aufgabe, aktuelle oder in Zukunft voraussichtlich aktuell werdende ökologische Fragestellungen aufzugreifen und im Fachkreis zu erörtern.
1990
Besuch von Kaiser Akihito
Der japanische Kaiser Akihito besucht die Akademie anlässlich des Gedenkens an das Akademiemitglied Philipp Franz von Siebold (1796-1866). Siebold war als Arzt in holländischen Diensten nach Ostasien gereist und hatte Japan in einem Brief als Wunderland gepriesen.
1995
Erste Wahl von Frauen zu ordentlichen Mitgliedern
Erstmals nimmt die Akademie mit der Professorin für Indogermanistik und Indoiranistik Johanna Narten und der Professorin für Genetik, Regine Kahmann, zwei Frauen als ordentliche Mitglieder in die Gelehrtengemeinschaft auf.
2003
Start des Forums Technologie

Gründung des BAdW-Forums Technologie, eines ständigen Ausschusses für Ingenieur- und angewandte Naturwissenschaften. Das Forum Technologie veranstaltet in der Akademie öffentliche Informations- und Diskussionsforen zu Themen von wissenschaftlichem und allgemeinem Interesse.
2006
Umzug des LRZ nach Garching

Das LRZ zieht in einen Neubau auf den Garchinger Forschungscampus, da das Gebäude in der Barer Straße zu klein geworden war und mittelfristig keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr bot.
2009
250-jähriges Jubiläum

Im Jahr 2009 feierte die Akademie ihr 250-jähriges Bestehen mit einer Reihe von Veranstaltungen, Publikationen, Ausstellungen und Festakten.
2010
Einrichtung des Jungen Kollegs

Einrichtung des Jungen Kollegs zur Förderung des hochqualifizierter junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Bayern.
2012
Eröffnung des „Zentrums für Virtuelle Realität und Visualisierung“ am LRZ

Eröffnung des „Zentrums für Virtuelle Realität und Visualisierung“ am LRZ. Es ermöglicht die Erstellung dreidimensionaler Modelle von Architekturentwürfen oder die visuelle Erfassung der Bewegungen des Erdinneren, die nur virtuell existieren.
2014
Gründung des Kompetenzverbundes „Historische Wissenschaften München“
Gründung des Kompetenzverbundes „Historische Wissenschaften München“. Die in München ansässigen historischen Forschungseinrichtungen vereinbaren eine multilaterale Kooperation vereinbart, um damit die Geschichtswissenschaften in München zu stärken.
2015
Inbetriebnahme der Phase 2 des SuperMUC

Inbetriebnahme der Phase 2 des SuperMUC im LRZ. Zu den bisherigen 155.000 Rechenkernen kommen weitere 86.016 Rechenkerne in 6.144 Prozessoren hinzu, die auf neuester Intel-Technologie mit Intel Xeon E5-2697 v3 basieren. Damit erhöht sich die bisherige theoretische maximale Rechenleistung von 3,2 Petaflops um weitere 3,6 Petaflops.
2015
Strukturreform

Die BAdW vollzieht 2015 eine der nachhaltigsten Reorganisationen seit ihrer Gründung, die Struktur und Arbeitsformen gleichermaßen reformiert. Die neue Satzung stärkt die Bedeutung der Grundlagenforschung und etabliert flexible Arbeits- und Diskussionsformate zu aktuellen Fragen und zur weiteren Nachwuchsförderung.
2015
Gründung des MCIR

Mit dem "Munich Center for Internet Research" (MCIR) nimmt ein neues Forschungszentrum der BAdW seine Arbeit auf, das den gesellschaftlichen Wandel durch Internet und Digitalisierung wissenschaftlich untersucht. 2018 geht das MCIR im bidt auf.
2017
Bayerisches Wörterbuch online

Vom Zettelkasten ins world wide web: Das Bayerische Wörterbuch geht ins Netz. Dank zahlreicher digitaler Tools auf der neuen Homepage können Interessierte von überall auf der Welt in der umfangreichen Materialsammlung des Bayerischen Wörterbuchs stöbern, recherchieren und forschen.
2018
Gründung des bidt

Das Bayerische Institut für Digitale Transformation (bidt) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften nimmt seine Arbeit auf. Das bidt wurde mit dem Ziel gegründet, ein fundiertes Verständnis der digitalen Transformation zu erarbeiten. Es hat die Aufgabe, Fragestellungen und Diskurse zum Thema disziplinübergreifend zu bündeln und voranzutreiben
2019
Thesaurus linguae Latinae online

Der Thesaurus linguae Latinae ist online verfügbar: Alle bisher erschienenen Bände sind im Open Access frei zugänglich. Die Bände A-M und O-P des Thesaurus sind jetzt online und kostenfrei im Open Access verfügbar - das entspricht ca. 80.000 DIN A4-Seiten. Ebenfalls online ist der 228 Seiten umfassende Index der zitierten Autoren und Werke. Zeitgleich mit der Freischaltung feierte die Akademie das 125-jährige Jubiläum des Thesaurus.
2020
Abschluss der Max Weber-Gesamtausgabe

Am 14. Juni 2020 erscheint mit Webers Aufzeichnungen zur Vorlesung über Praktische Nationalökonomie der 47. und letzte Band der Max Weber-Gesamtausgabe (MWG) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Die Editionsarbeit begann im analogen und endet im digitalen Zeitalter: Der Abschluss der Gesamtausgabe ist daher zugleich der Beginn der Arbeit an der digitalen MWG. Im Rahmen des Max Weber-Jahres 2020 präsentiert die BAdW unter anderem die Ausstellung "Bürgerwelt und Sinnenwelt. Max Webers München" in der Seidlvilla in München (Foto).
2020
Grundstein für Munich Quantum Valley (MQV)

Bayern wagt den Quantensprung: Die Bayerische Staatsregierung fördert die Quantenwissenschaften und -technologien in den kommenden zwei Jahren mit rund 120 Millionen Euro, wie Ministerpräsident Markus Söder im Herbst 2020 ankündigte. Eine Allianz außeruniversitärer Forschungseinrichtungen unter Beteiligung der BAdW setzt sich für die Gründung eines Münchner Zentrums für QWT ein, um dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Bayern neue Chancen in diesem Innovationsfeld zu eröffnen.
2021
Zweiter Bayerischer Gletscherbericht

Gletscherbericht mahnt vor schnellerem Gletschersterben. Der Klimawandel trifft die bayerischen Gletscher mit voller Härte. Dies zeigt der Zweite Bayerische Gletscherbericht "Klimawandel in den Alpen".
2021
Gründung des Schellingforums

Ort des lebendigen akademischen Dialogs: Die BAdW und die Julius-Maximilians-Universität Würzburg gründen das Friedrich-Wilhelm-Joseph-Schelling-Forum. Es soll den bestehenden wissenschaftlichen Austausch zwischen beiden Einrichtungen intensivieren und ein realer sowie ideeller Raum des lebendigen wissenschaftlichen Dialogs werden.
2022
Gründung Munich Quantum Valley

Startschuss für das Munich Quantum Valley: Mit der feierlichen Unterzeichnung der Gründungsurkunde in den Räumen der BAdW wird das Munich Quantum Valley nun auch formal als Verein gegründet. Komplementär zur Förderung aus der Hightech Agenda Bayern in Höhe von 300 Millionen Euro haben die Mitglieder der Initiative bereits Bundesmittel in Höhe von mehr als 80 Millionen Euro eingeworben.
2022
60 Jahre LRZ

Die IT-Zukunft bleibt Programm: Das LRZ wird 60. Im Dialog mit Wissenschaft und Forschung schreibt das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften bis heute erfolgreich Technologie-Geschichte. Das LRZ hat die deutsche – aber auch die europäische und weltweite – IT-Geschichte der letzten 60 Jahre aktiv mitgeprägt.
2022
Südlicher Schneeferner verliert Gletscherstatus

Gletscherschwund: Der Südliche Schneeferner verliert seinen Status als Gletscher. Der Sommer 2022 hat an den bayerischen Gletschern deutliche Spuren hinterlassen. Unter anderem hat sich der starke Eisschwund am Südlichen Schneeferner weiter fortgesetzt. Neue Georadar-Messungen von Mitte September 2022 zeigen nun das Ausmaß des Verlustes.
2023
KI in der Medizin

An der Bayerischen Akademie der Wissenschaften nimmt eine neue Ad hoc-Arbeitsgruppe ihre Arbeit auf: „Künstliche Intelligenz in der Medizin“. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben wird gemeinsam von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Helmholtz Munich durchgeführt. Ziel der AG, an der renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen beteiligt sind, ist die Analyse von Chancen und Risiken durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin. Als zentraler Ansprechpartner für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger will die AG aufkommenden Fragen im Bereich der KI-Anwendungen in der Medizin proaktiv begegnen.
2023
Neues Projekt zu deutsch-jüdischer Sepulkralkultur

Die rund 2.400 jüdischen Friedhöfe gehören zu den ältesten Zeugnissen der Sepulkralkultur in Deutschland. Als historische, literarische und materielle Quellen des jüdischen Lebens sind sie von großer Bedeutung. Ein Kooperationsprojekt der beiden Akademien in Bayern und Nordrhein-Westfalen mit Arbeitsstellen an den Universitäten Duisburg-Essen und Bamberg dokumentiert und erforscht nun diese wichtigen Zeugnisse – auch um dem Verfall zuvorzukommen.
2024
Kooperation für neue Maßstäbe in der Quantentechnologie

Gemeinsame Entwicklung von Supraleitenden Quantenprozessoren und Quantenschaltkreisen: Zusammenarbeit zwischen dem Halbleiterlabor der Max-Planck-Gesellschaft, der Technischen Universität München und dem Walther-Meißner-Institut der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Munich Quantum Valley besiegelt.
2025
Erstmals Pioneer-Award der BAdW verliehen

2025 feiert Bayern wegweisende Forschung und bahnbrechende Innovationen mit der Verleihung der Hightech-Preise Bayern 2025. Bei der Veranstaltung wird erstmals der Pioneer Award der Bayerischen Akademie der Wissenschaften verliehen. Dotiert mit 300.000 Euro, ehrt dieser internationale Preis Forschende für technologische Spitzenleistungen mit großer gesellschaftlicher Wirkung.
2025
Weltweit erster photonischer KI-Rechner von Q.ANT geht am LRZ in Betrieb

Q.ANT hat seinen Native Processing Server (NPS) an das Leibniz-Rechenzentrum ausgeliefert. Es handelt sich dabei um die weltweit erste Inbetriebnahme eines photonischen Co-Prozessors in einer Höchstleistungsrechnerumgebung (HPC). Diese technologisch richtungsweisende Implementierung ermöglicht es dem LRZ, die photonische Beschleunigung für künstliche Intelligenz (KI) und Simulationen zu evaluieren. Das ebnet den Weg zu deutlich höherer Rechenleistung bei erheblich reduziertem Energieverbrauch.
