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Dr. Eckhart Arnold

Eckhart Arnold leitet das Referat Digital Humanities – Forschung und Entwicklung.

Was hat Sie an die BAdW geführt?
Die Aussicht auf eine spannende Stelle in der Wissenschaft, bei der ich Hobby (Computerprogrammierung) und Beruf verbinden konnte, und ein Wohn- und Arbeitsort in Alpennähe.

Was sind Ihre Aufgaben als Leiter des Digital Humanities-Referats?
Im Team beraten wir die geisteswissenschaftlichen Forschungsprojekte der Akademie zu ihren digitalen Strategien und setzen sie auch um, im Wesentlichen, indem wir die dafür benötigte Forschungssoftware, digitale Arbeitswerkzeuge und Online-Publikationssysteme entwickeln. Als Leiter des Referats fühle ich mich aber auch für die langfristige strategische Planung der digitalen Geisteswissenschaften an der Akademie verantwortlich. Im digitalen Bereich kann man es sich nicht erlauben, auf der Stelle stehenzubleiben. Deshalb betreiben wir Forschung und Entwicklung zu neuen Methoden und Ansätzen – zur Zeit insbesondere zu KI, naheliegenderweise in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten wie dem Zentrum für Maschinelles Lernen an der LMU München. Auch der Austausch mit anderen DH-Teams, etwa im Rahmen des Arbeitskreises Digital Humanities München, den ich koordiniere, gehört dazu.

Was ist Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders wichtig?
Die geisteswissenschaftliche Forschung an der Akademie ist seit jeher durch Gründlichkeit und ein hohes intellektuelles Niveau gekennzeichnet. Mir ist wichtig, dass wir diesem Anspruch auch im digitalen Bereich, etwa bei Online-Publikationen oder der Veröffentlichung von Forschungsdaten, gerecht werden. Insbesondere ist es mir ein Anliegen, die Langlebigkeit der digitalen Produkte unserer Forschungsprojekte sicherzustellen. Projekte wie der Thesaurus linguae Latinae, die an der Spitze intellektueller Verwertungsketten stehen und deren Ergebnisse auch nach Jahrzehnten und möglicherweise sogar Jahrhunderten noch nicht obsolet sein werden, müssen ebenso lange im digitalen Raum präsent bleiben. Das ist keineswegs trivial und stellt eine Herausforderung dar, die man andernorts in der Softwareindustrie so eher nicht kennt.

Wie passt die BAdW in Ihr Leben?
Dank der familienfreundlichen Homeoffice-Regelung ermöglicht die BAdW als Arbeitgeberin eine gute Work-Life-Balance. Schön ist außerdem, dass man, entsprechende Interessen vorausgesetzt, auch von dem Informations- und Bildungsprogramm der BAdW einiges mitnehmen kann. 

Wie erklären Sie Freundinnen oder Bekannten, was die BAdW macht?
Ich erkläre die BAdW gerne als eine Forschungseinrichtung, die zudem als Stimme der Wissenschaft in der Öffentlichkeit präsent ist und die Wissenschaft als Teil der Gesamtkultur pflegt. Als Beispiele verweise ich vorzugsweise auf besonders anschauliche digitale Publikationen, z. B. das Corpus der barocken Deckenmalerei , Bayerns Dialekte Online oder die Mediathek

Wie beschreiben Sie Ihr Arbeitsumfeld?
Die BAdW bietet ein ausgesprochen angenehmes Arbeitsumfeld. Das fängt bei den sehr schönen Räumlichkeiten in der Residenz mitten in der Münchner Innenstadt an. Auch die Unterstützung durch andere Abteilungen, etwa bei der Ausrichtung von Veranstaltungen oder die Ausstattung mit Geräten, Büromaterial, Videokonferenzequipment etc. sind besser, als ich das von früheren Stellen an der Universität gewöhnt war. Für den Digital Humanities-Bereich besonders hilfreich ist die erstklassige IT- und Serverinfrastruktur, die unser Leibniz-Rechenzentrum bereitstellt.

Welche Fähigkeiten brauchen Sie täglich, die Sie in der Ausbildung nicht gelernt haben?
Teamwork. Das kam in meinem geisteswissenschaftlichen Studium eher nicht vor.

Was waren besondere Höhepunkte, seit Sie an der BAdW sind?
Die Mitausrichtung des Coding DaVinci-Wettbewerbs vor einigen Jahren, die dazu diente, das Thema „offene Kulturdaten“ voranzutreiben, war sicher einer der Höhepunkte. Auch die Digital-Humanities-Summer Schools, die wir zusammen mit anderen Münchner Bildungsinstitutionen ausgerichtet haben, bevor das Thema an den Universitäten flächendeckend Fuß gefasst hat, waren großartig. Für die Zukunft freue ich mich besonders auf den Aufbau des Akademienzentrums Digitale Lexikografie des Deutschen, bei dem alle deutschen Wissenschaftsakademien zusammenarbeiten werden.

Ein guter Arbeitstag ist für mich …
... ein Tag, an dem ich mich konzentriert einem anspruchsvollen technischen Problem widmen kann.