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SUMMARY:Vergemeinschaftung durch Werte? Politische Kommunikation im Wandel.
DESCRIPTION:Werte sind ein zentrales Medium politischer Kommunikation. Aufg
 rund ihrer Unbestimmtheit gelingt es ihnen, so etwas wie eine „Gemeinsamkei
 tsunterstellung“ (Luhmann) herzustellen. Nun lässt sich jedoch beobachten, 
 dass die Herstellung von Gemeinsamkeit immer schwieriger wird und womöglich
  auch gar nicht mehr vorrangiges Ziel politischer Parteien ist. Politische 
 Ansprache rechnet stattdessen verstärkt mit einer Gesellschaft, die sich du
 rch ein steigendes Maß an Flexibilisierung und Diversifizierung auszeichnet
 . Milieus und Referenzpunkte haben sich verändert, neue Konfliktlinien präg
 en den politischen Wettbewerb und alte Muster sozialer und politischer Koll
 ektivierung scheinen angesichts der vielzähligen Diagnosen von Singularität
  und Volatilität brüchig. Dieser Prozess wurde in den letzten Jahren auch n
 och medientechnisch beschleunigt: Mit Hilfe von Datenanalysen und Microtarg
 eting werden Zielgruppen erfasst, die in Wahlkämpfen jeweils angepasste Bot
 schaften erhalten. Politische Akteure adressieren nicht länger ein allgemei
 nes politisches Kollektiv, sondern differenzieren ihre politische Ansprache
  und ihre Anzeigen nach Personenkreisen. Vor diesem Hintergrund lohnt es si
 ch, neue Formen politischer Ansprache in den Blick zu nehmen. Wird eine zie
 lgruppenspezifische Mobilisierung verfolgt, die Wählerinnen und Wähler eher
  in ihren individuellen Interessen, Werteorientierungen und Anliegen anspri
 cht, statt Angebote ideologisch intonierter Kollektivierung zu formulieren?
  Welche politischen Semantiken werden gebraucht, um konkrete Vorhaben der W
 ahlprogramme in größere Zusammenhänge einzubetten? Ist es womöglich gerade 
 der Rückgriff auf Werte, der eine Doppeladressierung des Wählers als ein si
 nguläres Ich ebenso wie als Teil eines kollektiven Wir erlaubt? Die Tagung 
 fragt also nach gegenwärtigen politischen Kommunikationsstrategien sowie na
 ch Erzählformen eines politischen „Wir“. Dabei soll es keineswegs um die Di
 skussion unterschiedlicher Parteiprogramme gehen, vielmehr gilt es, untersc
 hiedliche Formen der politischen Ansprache in den Blick zu nehmen und die F
 rage zu stellen, wie Parteien auf neue und changierende Wählermilieus reagi
 eren und hierbei Werte im politischen Wettbewerb kommunizieren.
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DTSTAMP:20251111T140042Z
DTSTART:20210713T103000Z
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