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SUMMARY:Kulturerbe als kulturelle Praxis – Kulturerbe in der Beratungspraxi
 s
DESCRIPTION:Kulturerbe hat nicht nur als Thema wissenschaftlicher Diskurse 
 Konjunktur, ebenso in Form verschiedener kulturpolitischer Programme und Ko
 nzepte. Die Konventionen der UNESCO, die Programme zum Europäischen Kulture
 rbe oder die Strukturen des Denkmalschutzes markieren das große politische 
 und zivilgesellschaftliche Interesse an der zeitgenössischen Aneignung von 
 „Kulturerbe“. Mit dem Beitritt Luxemburgs (2006), der Schweiz (2008), Öster
 reichs (2009) und Deutschlands (2013) zum 2003 von der UNESCO verabschiedet
 en „Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes“ verstärkte s
 ich diese Entwicklung in den deutschsprachigen Ländern und rückt seitdem pe
 rformative kulturelle Ausdrucksformen stärker in den Fokus. Seit den Vorber
 eitungen für das UNESCO-Übereinkommen sowie den ersten Beitritten gibt es e
 ine intensive und kritische Auseinandersetzung in den volkskundlich-kulturw
 issenschaftlichen Fächern über die Konzepte, Strukturen und Paradoxien des 
 „Kulturerbes“. Das betrifft u.a. den Einfluss des Bewerbungs- und Auszeichn
 ungsverfahrens auf die als immaterielles Kulturerbe markierten Praktiken, d
 ie politischen Instrumentalisierungen und Kommodifizierungen bis hin zu den
  Ambivalenzen des Identitätsbegriffs, einschließlich der zu beobachtenden R
 ückkehr wissenschaftlich überholter Konzepte von „Volkskultur“ und mytholog
 isch unterlegten Kontinuitätsvorstellungen. Diskutiert werden auch komplexe
  Aushandlungsprozesse in Bezug auf Contested Heritage u.a. mit tierethische
 n, postkolonialen und migrations- bzw. genderpolitischen Ausrichtungen. Die
 se kritischen Reflexionen stehen dabei partiell im Kontrast zu Interpretati
 onen und Selbstverständnissen über ihre Praktiken bei denjenigen, die die k
 ulturellen Ausdrucksformen ausüben. Der Weg zum begehrten Titel „Immateriel
 les Kulturerbe“ im Rahmen des Umsetzungsverfahrens des UNESCO-Übereinkommen
 s führt zudem über ein Bewerbungsverfahren, das den Antragstellenden eine i
 ntensive Selbstreflexion abverlangt. Die Bewerbung stellt eine deutliche Hü
 rde dar, weswegen, in Erweiterung zu dem in Deutschland angestrebten „Botto
 m-up“-Verfahren, zahlreiche Mittelspersonen und Institutionen in den Prozes
 s involviert sind: Verbände und Vereine, Museen und Landesstellen, Beratung
 sstellen und Agenturen. Das Feld des Immateriellen Kulturerbes erlaubt jens
 eits aller Kritik für die kulturwissenschaftlichen Disziplinen auch einen n
 euen vermittelnden Zugang im Diskursfeld „Kulturerbe“, es erfordert und bie
 tet die Möglichkeit für Übersetzungsleistungen, Wissensvermittlungen und Be
 wusstseinsbildungen sowie Vernetzungen zwischen den verschiedenen Akteuren.
  Insbesondere für die Schnittstellen von Wissenschaft, Politik und Zivilges
 ellschaft eröffnen sich für alle Seiten gewinnbringende Kooperationen. Die 
 Tagung richtet sich an alle, die mit Fragen der Umsetzung des Übereinkommen
 s zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes sowie mit Kulturerbe-Beratung
  allgemein betraut sind bzw. sich kulturpolitisch oder akademisch damit aus
 einandersetzen. Im Vorfeld der vierten Bewerbungsrunde in Deutschland im Ja
 hr 2019 bietet sich hier die Möglichkeit, Erfahrungen und Erkenntnisse zu r
 eflektieren und gemeinsam Konzepte für die Beratungspraxis mit ihren Ambiva
 lenzen und Potentialen zu diskutieren.
LOCATION:Bayerische Akademie der Wissenschaften
DTSTAMP:20251111T140042Z
DTSTART:20190130T123000Z
DTEND:20190201T111500Z
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